Pferdecheck @ Katja Bachmann

[vc_row][vc_column][vc_tta_tour][vc_tta_section i_icon_fontawesome=”fa fa-forward” add_icon=”true” title=”Landmann” tab_id=”1522068270324-242cbf2a-0439″][vc_column_text]

Anamnese

Landmann ist ein 12-jähriger Hannoveraner Warmblutwallach. Er steht in einem Pensionsstall mit täglichem Weide-bzw Paddockgang in einer großen Herde und wird 4- mal pro Woche geritten. Die Besitzerin hat ihn vor 1 Jahr aus einem Schulbetrieb gekauft, seitdem ist Landmann immer mal wieder in der Hinterhand lahm gewesen. Er ist vor einem halben Jahr bereits osteopatisch behandelt worden, wonach sich die Lahmheiten besserten, jedoch nie ganz verschwanden oder schnell wieder auftraten. Der Tierarzt hat bei seiner Untersuchung und der röntgenologischen Untersuchung der Hinterhand keinen Befund ausmachen können.

Als mir Landmann vorgestellt wird, zeigt er beim Reiten deutliche Widersätzlichkeiten. Er verkriecht sich beim Reiten hinterm Zügel, buckelt und geht gegen die Hand. Außerdem schlägt er im Stall öfter gegen die Boxenwand und zeigt beim Reiten keinen Vorwärtsdrang.

Sicht-Tastbefund

Die Hinterhand ist überbaut und die Halswirbelsäule (HWS) zeigt im Übergang zur Brustwirbelsäule (BWS) einen deutlichen “Axthieb”. Das Becken zeigt einen Hochstand auf der linken Kruppenseite. Die Zehen beider Vorderhufe sind deutlich zu lang. Landmann hat eine stark verspannte Schulter- und Lendenmuskulatur. Es zeigt sich eine deutliche Tonuserhöhung in der Oberlinie und dem Nackenband. Außerdem hat er starke Verspannungen in der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur und des gesamten langen Rückenstreckers.

Ganganalyse

Im Schritt zeigt Landmann wenig Bauchpendeln nach rechts und kaum Nickbewegungen des Kopfes. Der Schweif ist in Schiefstellung nach rechts und die Kruppe senkt sich links nicht ab (was ein Hinweis auf eine starke Verspannung der gesamten rechten Rückenmuskulatur ist). Die Hinterhand ist insgesamt fest und steif und es zeigt sich eine Entlastung des linken Vorderbeines, die sich im Trab noch verstärkt. Außerdem ist eine deutliche Bewegungseinschränkung in beiden Karpalgelenken mit einer Steifigkeit in beiden Vorderbeinen und eine festgehaltene Schulterpartie auffallend.

Im Trab ist die Hinterhand auf beiden Händen schleifend und eine Tritteverkürzung im

rechten Hinterbein deutlich. Das Angaloppieren fällt Landmann deutlich schwer und gelingt ihm nur über Anspannen der Oberlinie verbunden mit einem Hochreißen des Kopfes. Auch hier ist die Hinterhand sehr unbeweglich und die Galoppade insgesamt kurz und nicht im 3-Takt.

Untersuchung der Gelenke

In der Vorderhand hat Landmann eine deutliche schmerzhafte Bewegungseinschränkung beider Karpalgelenke in Beugung, wobei er sich bei der Untersuchung auch sehr widersätzlich zeigt. Außerdem steht die linke Schulter im Hochstand (superior). Im linken Hinterbein ist die Beugung des Sprunggelenkes schmerzhaft eingeschränkt. Im rechten Hüftgelenk sind Innen-und Außenrotation vermindert. Das Darmbein (Os Ileum) steht auf der rechten Seite in einer vorgekippten. Stellung (inferior). In der HWS ist der Übergang zur BWS (cervico-thorakaler-Übergang kurz C-T-Ü) in Beugung eingeschränkt. Außerdem hat Landmann eine Blockade des 4. Halswirbels nach rechts und eine Blockade des 2. Lendenwirbels nach links.

Fazit

Die Kruppe ist überbaut, so ist es zunehmend schwierig das Pferd in der Hinterhand zu aktivieren, da das Untertreten schwerer fällt als bei einer `normaler` Kruppe. Also kommt es durch die überbaute Kruppe zu einer vermehrten Schubbelastung in die Schulterpartie und den Brustkorb. Dadurch verspannen sich die schulterumgebenden Muskeln, der Brustkorb (Thorax) senkt sich ab und wird in den Rippegelenken in Streckung (Extension) festgehalten.

Durch die einsetzende Verspannung des Rückenstreckers und des Thorax werden die Beugemuskeln der Vorderbeine mitbetroffen und die Beweglichkeit wird schmerzhaft und vermindert sich mit der Zeit. Die Verspannungen setzen sich im Verlauf des langen Rückenstreckers auf die anderen Teile der Wirbelsäule fort und es kommt zur Beeinträchtigung der Beweglichkeit der Hinterhand mit nachfolgenden Blockaden in Becken und LWS.

Durch die unelastischen Wirbelsäulenabschnitte kommt es zu einer vermehrten Belastung der kleineren Gelenke wie Knie- und Sprunggelenk, wodurch sich die wechselnden Lahmheiten erklären lassen. Außerdem haben die langen Zehen die Beugemuskeln zusätzlich strapaziert und das Bein „von unten her” auch noch verspannt. Die Bewegungen werden schmerzhaft und das Pferd beginnt klamm und nachfolgend lahm zu gehen.

Der Sattel wird inspiziert und es stellt sich heraus, dass dieser die Schulterfreiheit in der Bewegung deutlich einschränkt. Dies ist ein wichtiger zusätzlicher Auslöser für die Probleme, die Landmann zeigt. Die vorhergehenden Behandlungen zielten immer auf die Lahmheit in der Hinterhand, wo jedoch kein eindeutiger Befund vorlag. Der eingeschränkte CTÜ war jedoch der Hauptverursacher, der jedoch kaum beachtet wurde.

Therapieansatz

Die verspannten Muskelgruppen in Schulter, Wirbelsäule und Hinterhand werden mittels Massagen und Dehnungen entspannt (detonisiert). Danach werden die blockierten Gelenke der HWS und LWS gelöst. Am allerwichtigsten ist die Mobilisierung des CTÜ in Beugung (Flexion), damit die gesamte Wirbelsäulenbeweglichkeit wieder hergestellt werden kann.

Der Sattel muß unbedingt ausgetauscht werden, da er den Bewegungsablauf des Pferdes deutlich stört. Der Hufbeschlag muß dahingehend korrigiert werden, dass die Achsen in allen Gelenken gleichmäßig laufen und dadurch die vermehrte Durchtrittigkeit der Sehne und Belastung der Beuger verschwinden. Anschließend muß Landmann wieder im Training an die vermehrte Bewegung der Hinterhand herangeführt werden. Dies geschieht durch viele Tempounterschiede innerhalb einer Gangart, sowie Übergänge von einer zur anderen Gangart kombiniert mit Seitwärtsgängen wie Schenkelweichen und Schulter-Herein, um die untere Muskelkette zu aktivieren und die Hinterhand zum Untertreten zu motivieren. Außerdem ist regelmäßiges, rückenschonendes Longieren, später auch über Stangen, angezeigt, was auch im späteren Alltag konsequent eingebaut werden muß. Ebenso sind Geländeausritte mit Bergauf-und Bergabpassagen zu empfehlen und regelmäßige Spaziergänge ohne Reitergewicht.

Therpieverlauf

Landmann wurde von mir behandelt und der Besitzerin wurden gezielte Dehnungs-und Mobilisierungsübungen gezeigt, die sie regelmäßig nach dem Bewegen durchführen mußte. Landmann wurde von ihr in den ersten Tagen lediglich geführt, später auch longiert.

Nach 2 Wochen wurde mir Landmann erneut vorgestellt. Die Beugung in den Karpalgelenken hatte sich deutlich verbessert, die Muskulatur war nicht mehr so verhärtet und Landmann war deutlich motivierter. Die schleppende Hinterhand und der Takfehler rechts sowie die Beugung in den Sprunggelenken waren ebenfalls verbessert.

Außerdem zeigte Landmann bei der Untersuchung der Karpalgelenke nicht mehr so schmerzhafte Reaktionen. Jedoch zeigte sich eine erneute Blockade im zweiten Lendenwirbel und noch eine Restsymptomatik im 6. Halswirbel nach links. Diese wurden von mir erneut gelockert.

Die Besitzerin fing danach an, den Wallach mit einem anderen Sattel wieder zu reiten. Landmann ging von Anfang an motiviert und freudig voran. Die Belastung wurde kontinuierlich vorsichtig gesteigert und nach weiteren 4 Wochen war ein gutes Ergebnis erzielt, das die Besitzerin und Landmann zufrieden stellte.

Die überbaute Kruppe kann dem Pferd nicht genommen werden, diese wird immer sein Schwachpunkt bleiben. Umso wichtiger ist es, kleinste Unregelmäßigkeiten sofort durch erneutes Lockerreiten und Dehnungen zu beheben und so solchen starken Verspannungen, die Landmann über recht lange Zeit aufgebaut hat und ihn zunehmend in seiner Beweglichkeit gehemmt haben, entgegenzuwirken.[/vc_column_text][vc_facebook][/vc_tta_section][vc_tta_section i_icon_fontawesome=”fa fa-forward” add_icon=”true” title=”Lukas” tab_id=”1522068906999-455c3f54-6113″][vc_column_text]

Anamnese

Lukas ist ein 19-jähriger Hannoveranerwallach. Er steht in einem Pensionsbetrieb mit täglichem Paddockgang und wird 3-4 mal pro Woche freizeitmäßig geritten und 1-2 mal longiert. Vor einem halben Jahr hatte Lukas eine Fesselträgerverletzung vorne rechts, die ihn lange außer Gefecht setzte. Die Besitzer haben Lukas selbst gezogen und haben ihn während der Krankheit in einen anderen Stall gestellt, wo er mehrfach “von der Fahne” ging.

Der Grund warum mir Lukas vorgestellt wird, ist eine Taktunreinheit mit Einknicken im linken Hinterbein seitdem er wieder belastet werden darf. Außerdem läßt er sich nicht vorwärts-abwärts einstellen und die Stellung nach rechts ist schwierig.

Sicht-Tastbefund

Lukas ist 1,86m groß und für seine Größe etwas mager und unbemuskelt. Die Lendenwirbelsäule ist deutlich aufgewölbt, die Oberlinie ist eingefallen. Die Kruppe ist auf der linken Seite deutlich tiefer als rechts, ebenso ist ein muskuläres Ungleichgewicht den Oberschenkelmuskeln des rechten und linken Beines, die des linken ist mehr ausgeprägt. Der Trapezmuskel im vorderen linken Brustwirbelbereich und der Ellenbogenstrecker (M.triceps) auf beiden Seiten sind sehr verspannt, ebenso der Kopf-Arm-Muskel (M.brachiocephalicus) auf der rechten Halsseite. Außerdem ist Lukas im linken Flankenbereich (Bauchmuskulatur) sehr empfindlich.

Ganganalyse

Lukas hält im Schritt den Schweif nach links, der Bauch pendelt nicht nach links, das Kopfnicken ist sehr vermindert. Die Kruppe ist links tief und schwingt nicht nach oben. Im Trab zeigt sich eine Taktunreinheit in der linken Hinterhand wobei die Kniestreckung deutlich unharmonisch läuft. Lukas knickt in der Hinterhand oft weg und die Stützbeinphase im linken Vorderbein ist verkürzt. Im Galopp hält sich Lukas in der Oberlinie sehr fest. Die Galoppade ist kurz und wird auf beiden Händen im 4-Takt gesprungen.

Untersuchung der Gelenke

Die Beugung (Flexion) im linken Schultergelenk ist schmerzhaft eingeschränkt, das Erbsenbein im linken Vorderfußwurzelgelenk (Karpalgelenk) ist blockiert.

In der Hinterhand hat Lukas eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung im linken Hüftgelenk in die Adduktion (Heranfuhren des Beines) und das linke Darmbein (Ileum) steht in einer Vorkippstellung (anterior).

In der Wirbelsäule zeigt sich eine Rotationseinschränkung zwischen dem ersten und des zweiten Halswirbels nach links. Außerdem ist die Seitneigung der gesamten Halswirbelsäule nach links eingeschränkt. In der Lendenwirbelsäule (LWS) ist die Drehung (Rotation) und Seitneigung (Latflex) nach rechts deutlich vermindert.

Fazit

Die gesamte linke Seite ist in allen Bereichen muskulär deutlich verspannt und verursacht schmerzhafte Bewegungseinschränkungen nach rechts. Das eingeschränkte Bauchpendeln nach rechts, die verminderte Rotation und latflex der LWS nach rechts und die Berührungsempfindlichkeit der linken Bauchmuskulatur und Flanke sind eindeutige Hinweise.

Durch die schmerzhafte Fesselträgerverletzung auf der rechten Seite hat Lukas sich eine Schonhaltung mit vermehrter Belastung der linken Seite angewöhnt Daraufhin verspannten sich die Muskel unter der vermehrten Belastung in Ruhe (Boxenruhe) in der linken Körperhälfte. Besonders die linke Hinterhand wurde belastet, die zusätzlich eine Blockade aufwies (Ileum anterior).

Durch diese Blockade und die verkürzte Streckermuskulatur kann Lukas die linke Hüfte nicht vollständig vorschwingen, da sie bereits in Streckung steht. Dadurch verkürzt sich die Schwungphase, das Bein wird verfrüht abgesetzt, es kommt zu einer unvollständigen Aktivierung der Beinbeuger, das Bein wird instabil und neigt zum Einknicken. Ebenfalls durch die verkürzte Rückenmuskulatur läßt sich Lukas nicht nach rechts(undehnbare linke Muskulatur) und vorwärts-abwärts einstellen. Außerdem halten die Tricepsmuskeln die Vorderhand in Streckung fest, sodass ein Vorschwingen der Schulterpartie verhindert wird. Insgesamt ist die gesamt Oberlinie verspannt und läßt ein lockeres Laufen über den Rücken für Lukas unmöglich werden.

Therapie

Die verspannten Muskeln im Trapez-und Rückenbereich werden mittels Massage und Dehnungen gelockert (detonisert), die Blockaden im Ileum und HWS anschließend gelöst.

Bereits unmittelbar nach der Behandlung zeigte Lukas einen verbesserten Bewegungsablauf. Nach 2 Wochen wurde mir Lukas erneut vorgestellt. Die Blockade im Ileum war wieder aufgetreten, der Bewegungsablauf jedoch weiterhin verbessert. Außerdem war der Muskeltonus, auch durch die Massage durch die Besitzerin, nicht mehr so erhöht. Die Besitzer hatten Lukas die ersten Tag nach der Behandlung lediglich geführt, anschließend longiert und ihn seit 3 Tagen geritten.

Nach einer erneuten Behandlung verbesserte sich Lukas Bewegungsablauf zunehmend, sodass er nach 2 Monaten einen 2-wöchigen Heide-Reiturlaub gut bewältigen konnte.[/vc_column_text][vc_facebook][/vc_tta_section][vc_tta_section i_icon_fontawesome=”fa fa-forward” add_icon=”true” title=”Mieke” tab_id=”1522072465707-2384bc24-ea41″][vc_column_text]

Anamnese

Mieke wird mir von ihrer Züchterin vorgestellt. Mieke ist 3 Jahre alt und steht auf der eigenen Anlage der Besitzerin wo sie auch angeritten wurde. Sie steht in einer Box und geht regelmäßig mit einer gleichaltrigen Stute auf die Weide oder Paddock und war noch nie zuvor krank gewesen.

Bevor die jungen Pferde dort an die Arbeit genommen werden, werden die Zähne und Gelenke routinemäßig kontrolliert. Dies alles war bei Mieke ohne Befund. Mieke wurde schonend und mit viel Geduld anlongiert und und seit kurzer Zeit geritten. Dabei machte sie nie nennnenwserte Probleme.

Seit ca. zwei Wochen zeigt Mieke einen deutlichen Taktfehler auf der rechten Vorderhand. Der Verdacht auf Sehnenprobleme hat sich bei der Untersuchung durch den Tierarzt nicht bestätigt. Ebenso blieb eine Röntgenuntersuchung ohne Befund.

Sicht-Tastbefund

Mieke hat eine verspannte Halsmuskulatur besonders im Übergang zur Brutswirbelsäule. Der Tonus der Schultermuskulatur auf der linken Seite ist deutlich erhöht. Das Becken zeigt eine Erhöhung auf der linken Seite. Auffällig ist eine Berührungsempfindlichkeit in der Genickregion.

Ganganalyse

Im Schritt hält Mieke den Schweif nach links. Der Bauch pendelt nicht nach links und das Kopfnicken zeigt eine Entlastung der rechten Vorderhand. Außerdem senkt sich das Becken

Im Trab zeigt sich eine deutliche Taktstörung auf der rechten Vorderhand, die sich auf der rechten Hand noch verstärkt. Die Hinterhand tritt gut unter. Im Galopp zeigt sich Mieke auf der rechten Hand widersätzlich, auf der linken Hand fällt sie des öfteren aus. Die Schulteraktivität ist auf der linken Hand eingeschränkt.

Untersuchung der Gelenke

Die Beugung (Flexion) im linken Schultergelenk ist schmerzhaft eingeschränkt, das Erbsenbein im linken Vorderfußwurzelgelenk (Karpalgelenk) ist blockiert.

In der Hinterhand hat Lukas eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung im linken Hüftgelenk in die Adduktion (Heranfuhren des Beines) und das linke Darmbein (Ileum) steht in einer Vorkippstellung (anterior).

In der Wirbelsäule zeigt sich eine Rotationseinschränkung zwischen dem ersten und des zweiten Halswirbels nach links. Außerdem ist die Seitneigung der gesamten Halswirbelsäule nach links eingeschränkt. In der Lendenwirbelsäule (LWS) ist die Drehung (Rotation) und Seitneigung (Latflex) nach rechts deutlich vermindert.

Fazit

Die Blockaden in der HWS waren vermutlich schon zu Beginn von Miekes Ausbildung vorhanden ( die Ursache dafür kann man bei jungen Pferden, die mit viel Freilauf und Bewegungsmöglichkeiten aufwachsen nicht immer nachvollziehen). Ohne Belastung kam Mieke damit auch sehr gut zurecht. Bei Aufnahme der Arbeit und somit Belastung der einzelnen Strukturen traten mit der Zeit die beschriebenen Probleme auf.

Dabei zeigt sich ein absteigende Kette vorn blockierten Atlas (Ursache) bis in die Vorderhand (Symptom). Die verspannte Lenden-und Kruppenmuskulatur (Beckenhochstand links) und die Schweifschiefhaltung sind lediglich als Kompensationsmechanismus zu betrachten. Der Atlas ist blockiert und zeigt eine Tiefstellung nach rechts. Somit ist die Bewegung der oberen HWS eingeschränkt.

Um den Kopf gerade zu halten, spannen sich die linken Halsmuskeln vermehrt an. Der Ausweichmechanismus ist eine -Verkrampfung der Schultermuskulatur mit einer folgenden Bewegungseinschränkung im Übergang zur BWS und schlußendlich die Lahmheit vorne rechts, die mit einer verkrampften linken Seite mit Verkürzungen der Bewegungen einhergeht.

Wäre Problematik weiter geritten worden, z.B. mit zu härterer Hand, wären den anderen Wirbelsäulenabschnitten weitere Blockaden und in anderen Muskelbereichen weitere Verkrampfungen dazu gekommen. Durch das zeitnahe Reagieren der Besitzerin konnte dieses verhindert werden.

Therapieansatz

Lockerung der verkrampften Hals-und Schultermuskulatur anschließende Deblockierung des Atlas, Mobilisation des Übergangs von HWS zur BWS. Detonisierende Massage der Lenden -und Kruppenmuskulatur.

Anleitung der Besitzerin zur Massage und Dehnung der betroffenen Muskelpartien erfolgte ebenfalls.

Therapieverlauf

Nach der ersten Behandlung, bei der Mieke sehr artig war (3-Jährig!) war der Taktfehler rechts komplett verschwunden. Die Restsymptomatik bestand in einem etwas verkürzten Bewegungsausmaß in der linken Schulter.

Nach 10 Tagen wurde mir Mieke noch einmal vorgestellt. Der Atlas war immer noch in der korrigierten Position, der Übergang HWS-BWS war deutlich beweglicher. Die Muskulatur wies noch geringe Verhärtungen auf, die in einer zweiten Behandlung behoben wurden.

Nach dieser 2. Behandlung waren alle Taktsörungen und Ungleichheiten im Bewegungsmuster in allen drei Gangarten verschwunden und Mieke konnte weiter auf ihrem Weg zum Dressurpferd ausgebildet werden.

Bemerkung:

Die Probleme, die Mieke hatte, könnten ebenso durch Kiefergelenksprobleme die durch Zahnprobleme hervorgerufen werden, ausgelöst werden.

Deshalb ist es sehr wichtig, vor Beginn der Arbeit junger Pferde diese von einem Dentisten untersuchen zu lassen, um dein Pferd nicht unrecht zu tun.

Ebenso hätten ein zu schnelles Anreiten (zu schnell zu viel) oder ein Reiten mit fester Hand, die Ursache sein können. Deshalb ist es immens wichtig, bei jungen Pferden besonderen Wert auf die schonende Grundausbildung zu legen.

Einmal verdorben lässt ein Pferd oft nicht mehr die Harmonie in der Bewegung zu, und das Grundvertrauen zwischen Reiter und Pferd kann für immer gestört bleiben.[/vc_column_text][vc_facebook][/vc_tta_section][/vc_tta_tour][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][/vc_column][/vc_row]

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